Neuanlage Friedhof mit Aussegnungshalle
Nichtoffener Wettbewerb
2. Preis
In den 90er-Jahren fanden die letzten offenen landschaftsplanerischen Wettbewerbe für Friedhöfe statt. Durch Änderungen in der Bestattungskultur wurden Erdbestattungen immer seltener, und damit verringerte sich der Platzbedarf für Gräber. Deshalb gibt es seitdem keine Neuanlagen mehr. Auch dieser Friedhof am Ortsrand von Beutelsbach, inmitten intensiver Obstbauflächen, wurde nie gebaut.
Meine Idee, einen Baldachin aus Kirschen in einer Wiese herzustellen, in der die Gräber ohne Grabfeldabgrenzungen zum Liegen kommen sollten, resultierte aus meinem ersten Eindruck vor Ort. Ich war an einem kalten Spätherbsttag im Gelände; Schneeregen fiel, und eine Stromtrasse zwischen großen Hochspannungsmasten überspannte den Ort – ein unwürdiger Ort, der am Tag meines Besuchs zudem von einem leisen Knistern überlagert wurde. Es entstand durch den Schnee, der auf die Leitungen fiel.
Die nahen Obstbäume waren mit Netzen gegen räuberische Vögel geschützt, und der Baldachin aus Baumkronen sollte diesen Schutz für die Friedhofsbesucherinnen und -besucher übernehmen. Unter mehr als 100 Einsendungen aus dem gesamten Bundesgebiet erhielt ich den zweiten Preis. Gewonnen hatte ein konventioneller Entwurf, der ebenso an jeder anderen Stelle im Remstal oder anderswo hätte liegen können.
Zusammenarbeit
wma architekten – wöhr mieslinger assoziierte


