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Wilhelmsburg

Ulm 2025

Die Wilhelmsburg im Norden Ulms gilt als größte erhaltene Festung Deutschlands. Als für den historischen Bau aus dem 19. Jahrhundert ein neues Nutzungskonzept realisiert werden soll, steht zunächst eine funktionierende Erschließung des mächtigen Gebäudes sowie die Belebung der Innenhöfe und Zugänge an. Für uns galt es auch bei diesem Projekt, die Umgebung zu berücksichtigen und bei Schaffung neuer Ankunfts- und Aufenthaltsbereiche die Burg behutsam einzubinden. Ebenfalls von Bedeutung war für uns, dass das Betreten des Areals identitätsstiftend ist und einer starken Frequentierung gerecht wird – mit weniger Autoverkehr und dafür großzügigeren Raum für Fußgänger und Radfahrer sowie mehr Aufenthaltsmöglichkeiten im Grünen.

 

Ein besonders schöner Effekt entstand durch das Sandstrahlen, wodurch die Zuschlagstoffe sowie die Farbe des pigmentierten Betons, der sich an den Farben des Jurakalks orientiert, sichtbar werden – typisch für die Ulmer Region und gut auf den Farbton der Burgfassade aus Kalkstein aus dem Blautal abgestimmt. Für die drei befestigten Plätze als Eingang zur Wilhelmsburg sah unser Konzept eine thematische Gliederung in die Bereiche „Dimension”, „Geschichte” und „Gedenken” vor: Der Platz der Dimension dient als Buswendeplatte, während die Flächen zwischen den beiden anderen Plätze grüne Aufenthaltsbereiche zum Durchatmen, Weitblicken und Verweilen einladen – inklusive der Aussicht auf das impulsive Ulmer Münster. Um auch die Bepflanzung ortsbezogen anzulegen, wurde die bereits verwendete und auf die Umgebung abgestimmte Wiesensaat sowie die salzresistente Bankettmischung erneut genutzt. Die vereinzelt gepflanzten Kiefern komplettieren das extensiv ausgelegte Pflanzkonzept, das somit keiner intensiven Pflege oder Bewässerung bedarf. Alle Stahlelemente, wie Sitzmöbel, Leuchten, Geländer, Brückenbrüstung, Tor und Informationstafeln sind aus witterungsbeständigem Cortenstahl angefertigt und erhalten mit der Zeit eine charakteristische Patina.