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Weiterentwicklung Gedenkstätte Stalag 326 (VI K) Senne

Schloß Holte-Stukenbrock 2026

Nichtoffener Wettbewerb

1. Preis

 

Ein „vergessener Ort“ wird zu einem sichtbaren Erinnerungsraum – das Areal des ehemaligen Stalag 326 trägt die Spuren dreier vielschichtiger historischer Phasen. Für die Transformation dieser historisch hochsensiblen Landschaft zu einem internationalen Erinnerungsort erarbeiteten wir gemeinsam mit ATELIER BRÜCKNER GmbH ein hybrides Gesamtkonzept aus Architektur, Szenografie und Freiraumplanung. Aufgabe war es, die enorme geografische und gesellschaftliche Dimension des ehemaligen Lagers erfahrbar zu machen und insbesondere das Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen würdevoll aus dem Erinnerungsschatten zu holen. Der Entwurf begreift den historischen Ort als ein vielschichtiges Mosaik der Erinnerung. Die Spuren des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers werden nicht überformt, sondern behutsam sichtbar gemacht und in eine zeitgemäße Szenografie integriert.

 

Unser Entwurf folgte dabei bewusst ungewöhnlichen konzeptionellen Pfaden: Statt dem weitläufigen Gelände eine kräftige, dominierende Raumstruktur aufzuzwingen, haben wir vorsichtig im Bestand gearbeitet. Wir wollten die bestehenden Zeitschichten weder durch gestalterische Eingriffe überdecken noch historisches Leid ästhetisieren. Der Erhalt der baulichen und vegetativen Zeitschichten des Ortes bildet eine wesentliche Grundlage des Entwurfs. Asphalt, Kies, Wiesen, Gehölze und wilder Bewuchs bleiben als unterschiedliche zeitliche Ebenen erhalten. Unser Anliegen war es vielmehr, Freiräume zu erzeugen, die sich zurücknehmen und den Besucher ganz auf sich selbst zurückwerfen – Orte der Ruhe, die zum In-sich-Hineinhorchen einladen und der Vielschichtigkeit des Gedenkens Raum geben.

 

Zusammenarbeit

Szenografie: ATELIER BRÜCKNER GmbH, Stuttgart

Energie- und Nachhaltigkeitsberatung: ee concept GmbH, Darmstadt

Visualisierungen: Playtime Barcelona, S.L. und ATELIER BRÜCKNER GmbH