Neuanlage Friedhof mit Aussegnungshalle
Nichtoffener Wettbewerb
2. Preis
In den 1990er-Jahren fanden die letzten offenen landschaftsplanerischen Wettbewerbe für Friedhöfe statt. Zu einer Zeit, in der durch Änderungen in der Bestattungskultur Erdbestattungen immer seltener wurden und sich damit der Platzbedarf für Gräber verringerte. Eine Entwicklung, die Neuanlagen obsolet werden ließ. So wurde der Friedhof am Ortsrand von Beutelsbach inmitten intensiver Obstbauflächen zwar ausgeschrieben, letztendlich aber nie gebaut.
Unter mehr als 100 Einsendungen aus dem gesamten Bundesgebiet erhielt Koeber damals den zweiten Preis. Sah der gewonnene Entwurf eine eher konventionellere und dem Ort weniger verpflichtende Realisierung vor, war unser Ansatz stark von der Umgebung geprägt. Die Idee: einen Baldachin aus Kirschen in einer Wiese herzustellen, in der die Gräber ohne Grabfeldabgrenzungen zum Liegen kommen.
Persönliche Notiz von Jochen Köber:
„Mein Entwurf, einen Baldachin aus Kirschen zu schaffen, resultierte aus meinem ersten Eindruck der Anlage. Eine Stromtrasse zwischen großen Hochspannungsmasten überspannte den Ort. Der fallende Schneeregen, der an dem kalten Spätherbsttag auf die Leitungen fiel, erzeugte leises Knistern – welch unwürdiger Ort dachte ich. Die nahen Obstbäume waren mit Netzen gegen räuberische Vögel geschützt, und der Baldachin aus Baumkronen sollte diesen Schutz für die Friedhofsbesucherinnen und -besucher übernehmen.“
Zusammenarbeit
wma architekten – wöhr mieslinger assoziierte


